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MLP: Aktionäre und Ex-Mitarbeiter reichen Klagen ein


25.07.2007
aktiencheck.de

Heidelberg (aktiencheck.de AG) - 24 ehemalige Mitarbeiter und neun Aktionäre haben Klagen gegen den Finanzdienstleister MLP AG (ISIN DE0006569908 / WKN 656990) eingereicht,

Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurden beim Landgericht Heidelberg 31 Klagen und zwei Klagen beim Arbeitsgericht Heidelberg eingereicht. Das Gesamtvolumen der Schadenersatzklagen beläuft sich auf 32.140.935,43 Euro. Ein Teil der Klagen richtet sich auch gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden der MLP AG, Bernhard Termühlen, wegen persönlicher Verantwortung für Bilanzfälschungen. Kernvorwurf der Klagen sind Bilanzfälschungen der MLP AG in den Jahresabschlüssen 2000 und 2001, die bisher nicht korrigiert wurden, hieß es weiter.


Den Angaben zufolge haben die Kläger, da ihnen die Einsicht in die
staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakte versagt wurde, eigene Recherchen durchgeführt. Dabei konnten die Kläger in den letzten Monaten Erkenntnisse erlangen, die belegen, dass die MLP AG gezielt in den Geschäftsjahren 2000 und 2001 die Bilanzen gefälscht hat und bis Anfang 2003 durch zahlreiche bewusst unrichtige Kapitalmarktinformationen ein Wachstum von mehr als 30 Prozent vorgespiegelt hat. So konnte seinerzeit eine Steigerung des Ergebnisses aus Gewöhnlicher Geschäftstätigkeit um mehr als 30 Prozent nur deshalb dargestellt werden, weil man Erlöse, die anderen Geschäftsjahren zuzuordnen waren (periodenfremde Erträge), durch Factoringgeschäfte nach vorne verlagert und diese rechtswidrig als Teil der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausgewiesen hat. Nach den Vorschriften des HGB hätten diese Erlöse aber als außerordentliche Erträge in die Gewinn- und Verlustrechnung eingestellt und im Anhang im Detail erläutert werden müssen.

Des Weiteren hat die MLP AG nach Ansicht der Kläger nicht nur ihr bzw. ihren
Tochtergesellschaften zustehende Forderungen abgetreten, sondern auch
Forderungen, die den Mitarbeitern von MLP zustanden. MLP hat damit
Provisionsforderungen der Mitarbeiter mittels Factoringgeschäften als
eigene Erlöse ausgewiesen, hieß es weiter.

"Damit erreicht der Fall MLP die Dimension großer internationaler Bilanzbetrugsfälle", so Klaus Rotter, Partner der Kanzlei Rotter Rechtsanwälte, der das gemeinsame Vorgehen der klagenden MLP-Berater und Aktionäre koordiniert. Beabsichtigt ist die Führung eines Musterprozesses nach dem Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz (KapMuG). "Wir gehen davon aus, dass wir noch im Laufe des Jahres entsprechende Musterfeststellungsanträge einreichen werden", so Rotter weiter.

Die Aktie von MLP notiert aktuell mit einem Minus von 2,52 Prozent bei 13,93 Euro. (25.07.2007/ac/n/d)



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